Zwei außergewöhnliche Rassen – eine jahrhundertealte Geschichte
Unsere Leidenschaft gehört zwei ganz besonderen Hunderassen:
dem Chinese Crested Dog – Chinesischen Schopfhund
und dem
Perro sin Pelo del Perú – Peruanischen Nackthund.
Beiden Rassen gemeinsam ist ihre außergewöhnliche Erscheinung. Wer sie jedoch persönlich kennenlernt, stellt meist sehr schnell fest, dass ihre Haarlosigkeit nur einen kleinen Teil dessen ausmacht, was diese Hunde so faszinierend macht.
Sie sind intelligente, bewegliche und ausgesprochen menschenbezogene Begleiter mit jahrhundertealter beziehungsweise präkolumbischer Geschichte.
Dabei unterscheiden sich die beiden Rassen durchaus deutlich voneinander.
Der Chinese Crested ist der kleine, fröhliche Gesellschaftshund, der mit Charme und Humor durch das Leben geht.
Der Peruaner ist ursprünglicher, wachsamer und häufig zunächst zurückhaltender – seiner Familie gegenüber jedoch ebenso intensiv verbunden.
Chinese Crested Dog – chinesischer Schopfhund
Elegant, fröhlich, intelligent – und alles andere als gewöhnlich
Der Chinese Crested Dog ist ein kleiner Gesellschaftshund mit außergewöhnlichem Erscheinungsbild und einem ebenso besonderen Wesen.
Wer die Rasse nur von Bildern kennt, sieht zunächst meist die Haarlosigkeit.
Wer einmal mit einem Chinese Crested zusammengelebt hat, entdeckt jedoch sehr schnell das, was für uns viel charakteristischer ist:
seine Anhänglichkeit, Lebensfreude, Intelligenz und seine manchmal geradezu clownhafte Persönlichkeit.
Die FCI führt den Chinese Crested Dog unter der Standardnummer 288 in der Gruppe 9 der Gesellschafts- und Begleithunde.
Offiziell anerkannt sind zwei Varietäten:
Hairless und Powder Puff.
Charakter und Wesen
Chinese Crested möchten vor allem eines: dabei sein.
Sie sind ausgesprochen menschenbezogen, aufmerksam, verspielt und lernfreudig.
Viele besitzen ein erstaunlich feines Gespür für die Stimmung ihrer Menschen und suchen sehr intensiv deren Nähe.
Ihre Intelligenz macht sie zu interessanten Begleitern. Sie lernen schnell – gelegentlich allerdings auch Dinge, von denen ihre Menschen eigentlich nicht geplant hatten, sie ihnen beizubringen.
Ein Chinese Crested kann temperamentvoll durch den Garten laufen, wenige Minuten später zufrieden auf der Couch schlafen und kurz darauf mit irgendeiner neuen Idee versuchen, seine Menschen zum Spielen zu bewegen.
Gegenüber Fremden können manche Vertreter zunächst etwas zurückhaltend sein. Haben sie Vertrauen gefasst, ist diese Zurückhaltung oftmals schnell vergessen.
Der FCI-Standard beschreibt das Wesen erfreulich kurz:
„Fröhlich, niemals bösartig.“
Aus unserer Erfahrung würden wir ergänzen:
anhänglich, unternehmungslustig, sensibel, intelligent – und mit ausgesprochen viel Humor.
Körperbau und Erscheinungsbild
Der Chinese Crested ist ein kleiner, aktiver und eleganter Hund mit feinem bis mittlerem Knochenbau.
Die ideale Widerristhöhe beträgt laut FCI:
Rüden: 28–33 cm
Hündinnen: 23–30 cm
Der Standard unterscheidet zwei unterschiedliche Körperbautypen:
Deer Type
leichter, feiner und eleganter gebaut
Cobby Type
etwas kräftiger in Körper und Knochenbau
Beide gehören gleichermaßen zur Rasse.
Hairless oder Powder Puff?
Beim Chinese Crested gibt es zwei offiziell anerkannte Varietäten.
Hairless
Der Hairless besitzt einen weitgehend unbehaarten Körper mit dem charakteristischen Schopf am Kopf, Behaarung an den Füßen und einer Fahne an der Rute.
Wie stark die übrige Körperbehaarung ausgeprägt ist, kann sehr unterschiedlich sein.
Unter Züchtern hört man deshalb Bezeichnungen wie:
| Powderpuff | Hairless | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Powderpuff | Very Hairy Hairless |
Hairy Hairless |
Medium Coated Hairless |
Hairless | True Hairless |
Dabei handelt es sich um Beschreibungen des sichtbaren Behaarungsgrades und nicht um zusätzliche FCI-Varietäten.
Powder Puff
Der Powder Puff besitzt ein vollständiges Haarkleid mit weicher Unterwolle und einem langen, seidigen Haarschleier.
Hairless und Powder Puff gehören genetisch zur selben Rasse und können innerhalb desselben Wurfes geboren werden.
Haltung
Was seine Haltung betrifft, ist der Chinese Crested ausgesprochen anpassungsfähig.
Eine Wohnung kann ebenso gut funktionieren wie ein Haus mit Garten.
Entscheidender als die Größe des Grundstückes ist für ihn häufig die Frage:
Wo sind meine Menschen?
Chinese Crested sind Gesellschaftshunde im wahrsten Sinne des Wortes.
Sie wollen nicht neben ihrer Familie leben, sondern mit ihr.
Dabei sollte man sie keinesfalls mit einem reinen Schoß- oder Couchhund verwechseln.
Viele sind erstaunlich sportlich und lernfreudig. Je nach Temperament eignen sie sich für:
- Tricktraining,
- Nasenarbeit,
- Agility,
- Obedience,
- Begleit- oder Therapiehundearbeit
- und viele andere gemeinsame Aktivitäten.
Und natürlich beherrschen sie auch eine weitere Disziplin hervorragend:
gemeinsam mit ihren Menschen nichts tun.
Eine Rasse mit langer Geschichte
Die genaue Entstehungsgeschichte des Chinese Crested lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren.
Auch der aktuelle FCI-Standard weist ausdrücklich darauf hin, dass der Ursprung schwer genau festzulegen ist. Überliefert ist, dass Hunde dieses Typs bereits von Familien während der chinesischen Han-Dynastie gehalten wurden.
Nach der historischen Beschreibung der FCI wurden kleinere Hunde als Begleiter und Wächter wertvoller Besitztümer gehalten; größere und kräftigere Formen sollen auch als Jagdhunde verwendet worden sein.
Damit gehört der Chinese Crested jedenfalls nicht zu den erst in jüngerer Vergangenheit entstandenen Modeerscheinungen.
Seine außergewöhnliche Erscheinung begleitet die Geschichte dieser Rasse bereits seit vielen Jahrhunderten.
Pflege
Hairless und Powder Puff stellen unterschiedliche Anforderungen an die Pflege.
Powder Puff
Das lange und feine Haarkleid sollte regelmäßig gründlich gebürstet werden, damit Verfilzungen vermieden werden.
Besondere Aufmerksamkeit benötigen Bereiche wie:
- hinter den Ohren,
- Beine,
- Achselbereiche und
- längere Fellpartien.
Regelmäßiges Baden mit geeigneten Pflegeprodukten erleichtert die Fellpflege.
Hairless
Beim Hairless steht die Hautpflege im Mittelpunkt.
Je nach Behaarungsgrad und gewünschtem Erscheinungsbild werden vorhandene Körperhaare unterschiedlich gepflegt oder entfernt.
Auch haarlose Haut sollte regelmäßig kontrolliert werden.
Dabei gilt jedoch nicht automatisch:
mehr Pflege = bessere Pflege.
Übermäßiges Waschen und ungeeignete Produkte können eine gesunde Haut ebenso belasten wie mangelnde Pflege.
Bei starker Sonneneinstrahlung sollte insbesondere bei heller Haut entsprechend auf Sonnenschutz geachtet werden.
Und bei beiden Varietäten gilt:
Auch die Zahnpflege gehört zur regelmäßigen Hundepflege.
Haarlosigkeit, Zähne und die Diskussion um „Qualzucht“
Über haarlose Hunderassen wird in Zusammenhang mit dem Tierschutz immer wieder intensiv diskutiert.
Gerade deshalb ist uns eine sachliche Betrachtung wichtig.
Die Haarlosigkeit des Chinese Crested hat eine bekannte genetische Ursache. Die betreffende FOXI3-Variante beeinflusst sowohl die Entwicklung der Haarfollikel als auch die Zahnentwicklung. Wissenschaftlich ist die genetische Form der caninen ektodermalen Dysplasie eine völlig andere und wird über einen völlig andere Gene verursacht.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jeder haarlose Chinese Crested ein leidendes oder krankes Tier ist.
Entscheidend für den österreichischen Tierschutz ist nicht alleine das Vorliegen einer bestimmten genetischen Besonderheit.
§ 5 des österreichischen Tierschutzgesetzes stellt darauf ab, ob bei einer Zucht vorhersehbar Schmerzen, Leiden, Schäden oder Angst entstehen und ob genetische Anomalien zu klinischen Symptomen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Gesundheit, zu einer wesentlichen Beeinträchtigung physiologischer Lebensabläufe oder zu erhöhter Verletzungsgefahr führen.
Bei fehlendem Haarkleid nennen Unwissende Einschränkung physiologischer Funktionen durch teilweise oder vollständig fehlendes Haarkleid. Das eine Einschränkung besteht widerspricht den Tatsache das Nackthunde seit über 4000 Jahre existieren und die Wissenschaft bestätigt das die Evulotion Nachteilige Entwicklungen aussortiert. Ebenso ist Nacktheit kein klinisches Symptom, denn wenn es so wäre wie sieht dies beim Menschen aus.
Die bloße Tatsache, dass ein Hund haarlos ist, ist nicht gleichbedeutend mit der Feststellung eines Qualzuchtmerkmals im Einzelfall.
Für uns folgt daraus vor allem eines:
Zucht muss sich an der Gesundheit und Funktionsfähigkeit des einzelnen Hundes orientieren.
Die Zähne – eine Besonderheit, die wir ernst nehmen
Die Verbindung zwischen Haarlosigkeit und Zahnentwicklung ist wissenschaftlich belegt.
Bei haarlosen Hunden können beispielsweise einzelne Zähne fehlen oder Veränderungen der Zahnform auftreten. Ursache dafür ist ebenfalls der Einfluss des FOXI3-Gens auf die Entwicklung ektodermaler Strukturen.
Interessant ist dabei auch der aktuelle FCI-Standard.
Er verlangt einen kräftigen Kiefer mit regelmäßigem Scherengebiss, weist für die Hairless-Varietät aber ausdrücklich auf die rassetypische Besonderheit der nach vorne gerichteten Eckzähne hin und bestimmt, dass ein unvollständiges Gebiss beim Hairless nicht bestraft werden soll.
Das bedeutet für uns jedoch keineswegs, dass die Zahnqualität unwichtig wäre.
Ganz im Gegenteil.
Gerade weil die Zahnentwicklung eine bekannte Besonderheit dieser Rasse ist, legen wir in unserer Zucht besonderes Augenmerk auf Gebiss, Zahnqualität und die Entwicklung der Zähne über Generationen hinweg.
Verantwortungsvolle Zucht statt Schlagworte
Die Diskussion über Qualzucht ist wichtig, wenn sie dazu beiträgt, Gesundheit und Lebensqualität von Hunden zu verbessern.
Sie wird jedoch problematisch, wenn einzelne äußerliche Merkmale ohne Betrachtung ihrer tatsächlichen gesundheitlichen Auswirkungen pauschal bewertet werden.
Für uns besteht verantwortungsvolle Zucht deshalb nicht darin, schwierige Themen zu leugnen.
Sie besteht darin, hinzusehen, zu untersuchen, zu dokumentieren und Zuchtentscheidungen bewusst zu treffen.
Unser Ziel ist ein Chinese Crested, der nicht nur außergewöhnlich aussieht, sondern vor allem eines ist:
gesund, lebensfroh, beweglich und viele Jahre ein glücklicher Begleiter seiner Menschen.
Mythos Qualzucht
Aktuelles Tierschutzgesetz in Österreich:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung
Im § 5.1 wird von genetischen Anomalien gesprochen, die zu klinischen Symptomen und Schmerzen führen.
Zwei Punkte sind hier für den CCD interresant, „e) Haarlosigkeit“ und „k) Fehlbildungen des Gebisses“.
Bei einer seit über 2500 Jahren bestehenden Nackthunderasse (wie der CCD) ist die Nacktheit keine Anomalie sondern natürlich hervorgerufen und mit keinerlei Erkrankung verbunden.
Da aber seit vielen Jahrzehnten auch die Fehlbildung der Gebisse nicht nur im Tierschutzgesetzt beachtet wird, hat der FCI vor etwa 50 Jahre beharrte Hunde einzüchten lassen. In Wirklichkeit ist daher der Powderpuff die Anomalie (mit Haaren und Zähnen).
Es geht im Tierschutzgesetz um Rassen die diese Merkmale nicht von sich aus aufweisen sondern neu eingezüchtet werden, da aber die Bildauswahl des Ministerium nicht wirklich qualitativ erfolgte, haben sie ein Foto eines CCD genommen. Es wird aber nirgends erwähnt dass der CCD unter Verbot steht oder diese Rasse unter diesen Paragraphen fallen würde!
In vielen Zuchtverbänden ist aber auch die Verpaarung zwischen True- mit True- Hairless untersagt, wenn diese in der Zucht eine Differenzierung der Hairless-Varianten machen. Jedenfalls ein guter Züchter von CCD würde dies ohnehin niemals machen.
Die Qualität der Zähne ist beim FCI ein wichtiges Thema.
Beim CCD steht in der Rassedefinition unter dem Punkt Kiefer/Zähne folgendes:
„Kräftiger Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen Scherengebiß, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.“
Die unsachlichen Vorwürfe bezüglich der Rassen, werden bspw. auf der Webseite Nackthunde.eu genau erörtert.
Perro sin Pelo del Peru – Peruanischer Nackthund – Viringo
Frühere Bezeichnungen dieser Rasse waren „Inca Orchid Moonflower“ oder „Peruvian Inka Orchid“
Ursprünglich, elegant, aufmerksam – und eng mit der Geschichte Perus verbunden
Der Perro sin Pelo del Perú, bei uns meist Peruanischer Nackthund genannt, gehört zu den faszinierendsten ursprünglichen Hunderassen Südamerikas.
In Peru ist auch die Bezeichnung Viringo verbreitet.
Im englischsprachigen Raum findet man gelegentlich Namen wie Peruvian Inca Orchid. Die offizielle Bezeichnung der FCI lautet Perro sin Pelo del Perú / Peruvian Hairless Dog.
Die FCI führt die Rasse unter der Standardnummer 310, Gruppe 5 – Spitze und Hunde vom Urtyp.
„Edel und liebevoll im häuslichen Umfeld und gegenüber den ihm Nahestehenden, gleichzeitig lebhaft und aufmerksam; gegenüber Fremden kann er zurückhaltend sein und er ist ein guter Wachhund.“
So beschreibt der aktuelle FCI-Standard sein Wesen.
Charakter und Wesen
Der Peruanische Nackthund entwickelt häufig eine ausgesprochen enge und intensive Bindung zu seinen Menschen.
Er möchte nicht einfach irgendwo im selben Haus wohnen.
Er möchte wissen, was seine Familie macht – und möglichst daran teilnehmen.
Innerhalb seines vertrauten Umfeldes ist er liebevoll, aufmerksam und anhänglich.
Gleichzeitig besitzt er deutlich mehr ursprüngliche Eigenständigkeit und Beobachtungsgabe als viele klassische Gesellschaftshunde.
Fremden gegenüber ist ein Peruaner häufig zunächst zurückhaltend oder reserviert.
Er beobachtet.
Er beurteilt.
Und er entscheidet durchaus selbst, wen er in seinen persönlichen Kreis aufnehmen möchte.
Gerade diese Kombination aus intensiver Familienbindung und natürlicher Wachsamkeit macht einen großen Teil seines besonderen Wesens aus.
Zurückhaltung sollte dabei nicht mit Unsicherheit oder Aggressivität verwechselt werden.
Ein gut sozialisierter Peruaner ist ein:
selbstsicherer, souveräner und aufmerksamer Begleiter.
Ein Hund, der Bewegung liebt
Wer einen Peruanischen Nackthund ausschließlich als eleganten Begleithund für die Couch betrachtet, könnte überrascht werden.
Viele Peruaner besitzen einen beträchtlichen Bewegungsdrang.
Sie sind:
- schnell,
- wendig,
- aufmerksam,
- intelligent und
- ausgesprochen lernfähig.
Spaziergänge und freies Laufen bereiten ihnen ebenso Freude wie Nasenarbeit, Tricktraining, Obedience oder Agility.
Sie können ihre Menschen beim Wandern oder Joggen begleiten und sind anschließend trotzdem hervorragend darin, es sich zu Hause möglichst bequem zu machen.
Aktiv draußen – möglichst nahe bei seinen Menschen drinnen.
Diese Kombination beschreibt den Peruaner für uns sehr gut.
Körperbau
Der Perro sin Pelo del Perú ist ein eleganter, schlanker und harmonischer Hund, dessen Erscheinungsbild Geschwindigkeit, Kraft und Beweglichkeit erkennen lässt.
Übertreibungen passen nicht zu dieser Rasse.
Sein Körper ist mesomorph und annähernd rechteckig (9:10) aufgebaut.
Seine natürliche, funktionelle Anatomie ist für uns ein wesentlicher Teil seiner Schönheit.
Drei Größen – eine Rasse
Eine Besonderheit des Peruanischen Nackthundes ist seine große Bandbreite an Körpergrößen.
Der aktuelle FCI-Standard unterscheidet:
Pequeño / Klein
25–40 cm
4–8 kg
Medio / Mittel
41–50 cm
8–12 kg
Grande / Groß
51–65 cm
12–30 kg
Damit kann ein Peruaner ein kleiner und handlicher Familienbegleiter oder ein beeindruckender sportlicher Hund von mehr als 60 Zentimetern Schulterhöhe sein.
Haarlos und behaart
Auch beim Peruaner gehört zur Rasse mehr als nur Haarlosigkeit.
Es gibt zwei Fellformen:
Hairless – haarlos
Der Körper ist weitgehend unbehaart.
Wenige Haare können laut Standard unter anderem am Kopf sowie an Beinen und Rute auftreten.
Coated – behaart
Daneben gibt es vollständig behaarte Peruaner mit kurzem, glattem und eng anliegendem Fell.
Umgangssprachlich hört man für diese Hunde manchmal die Bezeichnung „Peludos“, also die „Befellten“.
Gerade diese behaarte Variante ist für die Zukunft der Rasse außerordentlich interessant.
Warum die behaarte Variante wichtig ist
Gerade die behaarte Variante besitzt für die Zukunft des Peruanischen Nackthundes eine besondere Bedeutung.
Der aktuelle FCI-Standard hebt ausdrücklich ihren genetischen Wert hervor.
Ihre Einbeziehung in Zucht und Ausstellung soll die genetische Variabilität erweitern und damit zur Entwicklung und Erhaltung der Rasse beitragen.
Für uns ist das ein wichtiger Gedanke:
Haarlose und behaarte Peruaner gehören gemeinsam zur genetischen Geschichte dieser Rasse.
Beim behaarten Peruaner verlangt der Standard ein vollständiges und normal entwickeltes Gebiss.
Bei der haarlosen Variante kann dagegen das Fehlen einzelner oder mehrerer Zähne vorkommen und wird im Standard entsprechend berücksichtigt.
Gerade deshalb ist die behaarte Variante züchterisch weit mehr als nur eine optische Alternative.
Farbenvielfalt
Auch farblich zeigt der Peruaner eine erstaunliche Vielfalt.
Die Haut der haarlosen Hunde kann unter anderem unterschiedliche:
- schwarze,
- graue,
- bläuliche,
- bronzefarbene,
- kupferfarbene,
- braune und
- hellere Farbtöne
zeigen.
Auch begrenzte unpigmentierte Bereiche sind möglich.
Beim behaarten Peruaner findet sich ebenfalls eine breite Farbpalette. Merle ist hingegen definitiv untersagt.
Diese Vielfalt macht nahezu jeden Peruaner auch optisch zu einer Persönlichkeit.
Eine Geschichte aus präkolumbischer Zeit
Beim Peruanischen Nackthund muss seine Geschichte nicht erst durch Legenden interessant gemacht werden.
Sie ist bereits außergewöhnlich genug.
Darstellungen haarloser Hunde finden sich auf Keramiken verschiedener präkolumbischer Kulturen Perus.
Der aktuelle FCI-Standard nennt unter anderem die Kulturen der:
- Vicús,
- Mochica,
- Chancay,
- Chimú
und weitere Kulturen.
Archäologische Darstellungen werden für einen Zeitraum von ungefähr 300 v. Chr. bis 1460 n. Chr. beschrieben. Besonders häufig tritt der haarlose Hund in der Kunst der Chancay-Kultur in Erscheinung.
Das bedeutet: Diese Hunderasse war lange vor der europäischen Eroberung Südamerikas Bestandteil der dortigen Kulturen.
Der Peruanische Nackthund ist damit keine moderne Zuchtschöpfung und keine Modeerscheinung.
Er ist ein lebendiger Teil der Kulturgeschichte Perus.
Heute besitzt die Rasse in ihrem Ursprungsland einen besonderen Stellenwert und wird als Teil des nationalen kulturellen Erbes erhalten.
Vom historischen Begleiter zum Kulturgut Perus
Die besondere Bedeutung dieses Hundes wird in seinem Ursprungsland auch staatlich anerkannt.
Mit dem peruanischen Gesetz Nr. 27537 wurde der Perro sin Pelo del Perú als ursprüngliche Hunderasse Perus und nationales Kulturerbe anerkannt und ausdrücklich als zu erhaltende Rasse bezeichnet.
Peruanische Behörden und Kulturinstitutionen präsentieren die Rasse deshalb bis heute an archäologischen Stätten und Museen und würdigen sie als Teil des kulturellen Erbes des Landes.
Das macht den Peruanischen Nackthund zu weit mehr als einer außergewöhnlichen Hunderasse.
Er ist ein lebendiger Teil der Geschichte Perus.
Haltung
Trotz seiner ursprünglichen Geschichte ist der heutige Peruaner ein ausgeprägter Familien- und Begleithund.
Eine reine Außenhaltung entspricht seiner starken sozialen Bindung nicht.
Er möchte bei seinen Menschen leben.
Dabei benötigt er:
- ausreichende Bewegung,
- geistige Beschäftigung,
- soziale Nähe,
- eine gute frühe Sozialisierung und
- konsequente, aber einfühlsame Erziehung.
Mit unnötiger Härte erreicht man bei einem intelligenten und sensiblen Hund wenig.
Mit Vertrauen, Klarheit und gemeinsamer Beschäftigung dagegen sehr viel.
Ist einem haarlosen Peruaner ständig kalt?
Das fehlende Fell führt häufig zur Vorstellung, ein haarloser Hund müsse permanent frieren oder eine höhere Körpertemperatur besitzen.
Die Körpertemperatur des Peruanischen Nackthundes ist jedoch nicht grundsätzlich höher als die anderer Hunde.
Seine Wärme wird lediglich ohne isolierendes Fell unmittelbarer an unsere Hand abgegeben – weshalb sich ein Nackthund häufig deutlich wärmer anfühlt.
Natürlich muss ein verantwortungsvoller Hundehalter immer auf das einzelne Tier und die jeweiligen Umweltbedingungen achten.
Bei:
- starker Kälte,
- Wind,
- längerer Inaktivität oder
- intensiver Sonneneinstrahlung
kann entsprechender Schutz sinnvoll sein.
Das ist für uns in erster Linie eine Frage verantwortungsvoller Haltung und individueller Anpassung an den Hund.
Pflege
Auch ein Nackthund ist nicht vollkommen „pflegefrei“.
Die Haut sollte regelmäßig beobachtet und je nach individuellem Bedarf gepflegt werden.
Übermäßiges Waschen oder aggressive Produkte sind dabei genauso wenig sinnvoll wie völlige Vernachlässigung.
Bei heller Haut sollte bei intensiver Sonneneinstrahlung besonders auf geeigneten Schutz geachtet werden.
Beim behaarten Peruaner ist die Fellpflege aufgrund seines kurzen, eng anliegenden Felles vergleichsweise unkompliziert.
Haarlose Hunde und Allergien
Menschen mit Hundeallergie interessieren sich verständlicherweise häufig für haarlose Hunderassen.
Das fehlende beziehungsweise geringe Haarkleid kann im Alltag durchaus angenehm sein, weil deutlich weniger Hundehaar in der Umgebung verteilt wird.
Eine Garantie für Allergiker gibt es jedoch nicht.
Eine Hundeallergie richtet sich nicht ausschließlich gegen das Haar selbst. Allergene können beispielsweise auch über:
- Hautschuppen,
- Speichel und
- andere Körpersekrete
verteilt werden.
Deshalb empfehlen wir Menschen mit einer bekannten Allergie, vor der Anschaffung ausreichend und mehrfach persönlichen Kontakt mit der Rasse und möglichst auch mit dem konkreten Hund zu haben.
Haarlosigkeit, FOXI3 und Zahnstatus
Die Haarlosigkeit des Chinese Crested Dog und des Perro sin Pelo del Perú besitzt eine bekannte genetische Grundlage.
Eine Variante des FOXI3-Gens beeinflusst die Ausbildung des Haarkleides und steht gleichzeitig mit Besonderheiten der Zahnentwicklung in Zusammenhang.
Haarlose Hunde tragen diese Variante heterozygot.
Bei den behaarten Vertretern – Powder Puff beim Chinese Crested beziehungsweise Coated beim Peruaner – liegt diese Hairless-Variante nicht vor.
Das erklärt auch, warum innerhalb dieser Rassen sowohl haarlose als auch behaarte Hunde vorkommen.
FOXI3 ist nicht CMSD
Gerade bei genetischen Begriffen entstehen immer wieder Missverständnisse.
CMSD – Canine Multiple System Degeneration ist keine andere Bezeichnung für die Haarlosigkeit.
CMSD ist eine schwere progressive neurologische Erbkrankheit des Chinese Crested Dog und steht mit einer Variante im SERAC1-Gen in Verbindung.
Für CMSD existiert ein eigener Gentest.
Damit handelt es sich um zwei vollkommen unterschiedliche genetische Sachverhalte:
FOXI3
→ Haarlosigkeit und damit verbundener Phänotyp
SERAC1 / CMSD
→ neurologische Erbkrankheit
Diese beiden Themen dürfen nicht miteinander vermischt werden.
Die Zähne – eine Besonderheit, die wir ernst nehmen
Die Verbindung zwischen Haarlosigkeit und Zahnentwicklung ist bei diesen Rassen bekannt.
Bei haarlosen Hunden können einzelne Zähne fehlen oder eine abweichende Form aufweisen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Hund gesundheitlich beeinträchtigt ist.
Entscheidend ist insbesondere, ob das Gebiss seine physiologischen Aufgaben erfüllen kann.
Gerade weil wir diese Besonderheit kennen, ist die Zahnqualität für uns kein Thema, das man ignorieren sollte.
Ganz im Gegenteil.
Wir legen bei unseren Zuchthunden besonderes Augenmerk auf:
- Zahnstatus,
- Gebiss,
- Funktion,
- Zahnqualität und
- die Entwicklung dieser Merkmale über mehrere Generationen.
Eine verantwortungsvolle Zucht zeichnet sich für uns nicht dadurch aus, dass sie rassetypische Besonderheiten verschweigt.
Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie diese kennt, dokumentiert und bei zukünftigen Zuchtentscheidungen berücksichtigt.
Haarlosigkeit und der Vorwurf der „Qualzucht“
Haarlose Hunderassen werden immer wieder pauschal in Diskussionen über sogenannte Qualzucht einbezogen.
Gerade bei diesem emotional geführten Thema ist eine klare Unterscheidung notwendig.
Nicht dasselbe sind:
eine genetische Besonderheit,
ein äußerliches Merkmal,
eine gesundheitliche Beeinträchtigung und
der gesetzliche Tatbestand einer Qualzucht.
Eine genetische Besonderheit allein bedeutet nicht automatisch, dass ein Tier Schmerzen oder Leiden hat.
Ebenso bedeutet Haarlosigkeit für sich allein noch nicht, dass ein Hund gesundheitlich beeinträchtigt ist.
Was sagt das österreichische Tierschutzgesetz?
Für uns als österreichische Züchter ist die geltende österreichische Rechtslage maßgeblich.
§ 5 des österreichischen Tierschutzgesetzes stellt bei Qualzucht darauf ab, ob vorhersehbar Schmerzen, Leiden, Schäden oder Angst entstehen und ob genetisch bedingte Merkmale zu gesundheitlich relevanten klinischen Symptomen oder wesentlichen Beeinträchtigungen führen.
Bei fehlendem Haarkleid nennt das aktuelle Gesetz ausdrücklich nicht mehr lediglich „Haarlosigkeit“, sondern eine:
„Einschränkung physiologischer Funktionen durch teilweise oder gänzlich fehlendes Haarkleid“.
Auch beim Gebiss genügt das bloße Fehlen oder die Veränderung eines Zahnes nicht automatisch.
Der Gesetzestext nennt Fehlbildungen von Gebiss oder Kiefer dann, wenn diese:
„ihren physiologischen Funktionen entgegenstehen“.
Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Aus der bloßen Feststellung:
„Dieser Hund ist haarlos“
folgt daher nicht automatisch:
„Dieser Hund ist eine Qualzucht.“
Entscheidend sind die tatsächlichen Auswirkungen auf Gesundheit, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität.
Auch Gerichte hinterfragen pauschale Qualzuchtbehauptungen
Die Diskussion findet inzwischen nicht mehr ausschließlich in sozialen Medien und Stellungnahmen verschiedener Interessengruppen statt.
Der Club für Exotische Rassehunde e. V. setzte sich in Deutschland öffentlich kritisch mit einem Merkblatt des Qualzucht-Evidenz Netzwerks QUEN über haararme Hunderassen auseinander.
QUEN versuchte daraufhin, verschiedene Aussagen dieser Stellungnahme gerichtlich untersagen zu lassen.
Der Antrag wurde vom Landgericht Hamburg (Az. 324 O 651/25) zurückgewiesen. Auch die anschließende Beschwerde blieb vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht (Az. 7 W 15/26) erfolglos.
Gegenstand waren unter anderem die Kritik an der wissenschaftlichen Evidenz verschiedener Aussagen, der Umgang mit aktueller Forschung und Behauptungen über körperliche Merkmale haararmer Hunderassen.
Für uns zeigt diese Auseinandersetzung vor allem eines:
Bei einem so wichtigen Thema wie Tierschutz sollten nicht Schlagworte oder pauschale Rassebeurteilungen entscheiden, sondern nachprüfbare wissenschaftliche Erkenntnisse und die tatsächliche Gesundheit des einzelnen Hundes.
Unser Verständnis von Tierschutz und verantwortungsvoller Zucht
Tierschutz und verantwortungsvolle Hundezucht sind für uns keine Gegensätze.
Sie gehören untrennbar zusammen.
Wir wollen gesunde, lebensfrohe und funktionell uneingeschränkte Hunde züchten.
Deshalb beschäftigen wir uns mit:
- Gesundheit,
- genetischen Untersuchungen,
- Zahnstatus,
- Haut,
- Wesen,
- körperlicher Funktionalität,
- Abstammung,
- genetischer Vielfalt und
- der langfristigen Entwicklung unserer Linien.
Gleichzeitig halten wir es für falsch, jahrhundertealte oder jahrtausendealte Hunderassen aufgrund eines einzelnen äußerlichen Merkmals pauschal als krank oder leidend zu beurteilen. Es für uns unverständlich warum manche Menschen oder Organisationen diese Rassen ausrotten wollen.
Für uns muss der einzelne Hund im Mittelpunkt stehen.
Kann er sich uneingeschränkt bewegen?
Kann er normal fressen und trinken?
Kann er seine Sinne und seine natürlichen Verhaltensweisen uneingeschränkt nutzen?
Kann er mit anderen Hunden und Menschen normal kommunizieren?
Kann er sich natürlich fortpflanzen?
Ist er gesund und frei von Schmerzen und Leiden?
Das sind für uns die entscheidenden Fragen.
Denn verantwortungsvolle Zucht bedeutet weder, gesundheitliche Probleme zu leugnen, noch gesunde Hunde aufgrund einzelner Merkmale pauschal abzuwerten.
Sie bedeutet:
hinsehen – untersuchen – dokumentieren – lernen – und daraus verantwortungsvolle Zuchtentscheidungen treffen.
Unser Ziel sind Hunde, die nicht nur außergewöhnlich aussehen.
Unser Ziel sind:

