Gedanken zum Hundekauf
Ein Hund zieht ein – eine Entscheidung für viele Jahre
Die Entscheidung für einen Hund sollte niemals spontan getroffen werden.
Ganz gleich, ob Sie sich für einen Welpen, einen erwachsenen Hund, einen Hund aus einer Zuchtstätte oder aus dem Tierschutz entscheiden: Ihr zukünftiger Begleiter wird für viele Jahre ein Teil Ihres Lebens sein.
Deshalb lohnt es sich, bei der Suche nicht nur auf ein Foto, einen Preis oder die schnelle Verfügbarkeit zu achten, sondern vor allem darauf, woher der Hund kommt, wie er aufgewachsen ist und wer hinter seiner Aufzucht steht.
Wo finde ich meinen zukünftigen Wegbegleiter?
Ein erster Kontakt entsteht heute häufig über das Internet. Das ist auch bei seriösen Züchtern völlig normal.
Entscheidend ist jedoch, dass der Hundekauf nicht ausschließlich im Internet stattfindet.
Lernen Sie den Züchter, die Hunde und nach Möglichkeit auch die Umgebung kennen, in der die Welpen aufwachsen. Stellen Sie Fragen – und erwarten Sie ruhig, dass auch Ihnen Fragen gestellt werden.
Ein verantwortungsvoller Züchter möchte nämlich ebenso wissen, wem er einen seiner Hunde anvertraut.
Wichtige Anhaltspunkte sind unter anderem:
- Die Herkunft des Welpen ist nachvollziehbar.
- Die Mutterhündin kann kennengelernt werden.
- Die Welpen wachsen in einem gepflegten und sozialen Umfeld auf.
- Der Züchter beschäftigt sich intensiv mit einer oder wenigen Rassen.
- Die Hunde werden nicht möglichst schnell oder möglichst billig angeboten.
- Gesundheit, Wesen und Entwicklung der Elterntiere spielen bei der Zuchtentscheidung eine wichtige Rolle.
- Welpen werden tierärztlich betreut, gekennzeichnet und registriert.
- Es gibt ausreichend Zeit für Gespräche und gegenseitiges Kennenlernen.
- Auch nach dem Kauf bleibt der Züchter Ansprechpartner.
Besonders vorsichtig sollte man bei Übergaben auf Parkplätzen, Raststätten oder anderen neutralen Orten, bei ständig verfügbaren Welpen verschiedener Rassen oder bei außergewöhnlich günstigen Angeboten sein.
Warum einen Hund bei einem anerkannten Züchter kaufen?
Eine Ahnentafel alleine macht noch keinen guten Züchter.
Sie ermöglicht jedoch die nachvollziehbare Dokumentation der Abstammung und ist innerhalb eines anerkannten Zuchtsystems ein wichtiger Bestandteil einer kontrollierten Zucht.
Für uns bedeutet verantwortungsvolle Zucht wesentlich mehr als die Ausstellung von „Papieren“.
Wir beschäftigen uns bereits lange vor einem geplanten Wurf mit den möglichen Elterntieren, ihrer Gesundheit, ihrem Wesen, ihrer Abstammung und den Eigenschaften ihrer Familien.
Eine organisierte Zucht innerhalb von FCI, ÖKV und dem jeweiligen österreichischen Rassezuchtverein bedeutet außerdem, dass Zucht nicht ausschließlich nach persönlichen Vorstellungen erfolgt. Es bestehen Zuchtordnungen, Gesundheitsanforderungen, Zuchtzulassungen und Dokumentationspflichten.
Je nach Rasse können dazu beispielsweise gehören:
- genetische Untersuchungen auf bekannte Erbkrankheiten,
- Untersuchungen der Augen,
- Untersuchungen auf Patellaluxation,
- weitere rassespezifische Gesundheitsuntersuchungen,
- Beurteilungen des äußeren Erscheinungsbildes,
- Beurteilung des Wesens und
- eine formelle Zuchtzulassung.
Welche Untersuchungen erforderlich oder sinnvoll sind, hängt von der jeweiligen Rasse und von den aktuell gültigen Zuchtbestimmungen ab.
Woran erkenne ich einen guten Züchter?
Eigentlich ganz einfach:
Fragen Sie.
Ein verantwortungsvoller Züchter sollte Ihnen erklären können,
- warum gerade diese beiden Hunde miteinander verpaart wurden,
- welche gesundheitlichen Untersuchungen durchgeführt wurden,
- welche Eigenschaften in den Abstammungslinien bekannt sind,
- wie die Welpen aufgezogen und sozialisiert werden,
- welche Vor- und Nachteile die jeweilige Rasse mit sich bringt und
- warum gerade ein bestimmter Welpe zu Ihnen passen könnte.
Gesundheitsbefunde dürfen dabei durchaus gezeigt und erklärt werden.
Ebenso sollte ein Züchter auch über Schwierigkeiten sprechen können. Keine Rasse und keine Zuchtlinie ist vollkommen frei von gesundheitlichen Risiken.
Transparenz ist für uns wesentlich glaubwürdiger als das Versprechen vom „perfekten“ oder „garantiert gesunden“ Hund.
Gesundheit bedeutet mehr als einen Gentest
Moderne DNA-Untersuchungen sind ein wertvolles Werkzeug in der Hundezucht. Sie sind aber nur ein Teil einer verantwortungsvollen Zuchtentscheidung.
Ebenso wichtig sind beispielsweise:
- klinische Untersuchungen,
- das Erscheinungsbild und die körperliche Funktion,
- das Wesen,
- die Lebensdauer und Gesundheit verwandter Tiere,
- die Abstammung,
- die genetische Vielfalt innerhalb einer Rasse und
- die Entwicklung bereits vorhandener Nachkommen.
Das Ziel sollte nicht darin bestehen, auf einem Befund möglichst viele grüne Häkchen zu sammeln.
Das Ziel ist eine langfristig gesunde und lebensfähige Population.
Abstammung, Inzucht und Linienzucht
Gerade bei seltenen Rassen ist die genetische Vielfalt ein wichtiges Thema.
Der sogenannte Inzuchtkoeffizient beschreibt vereinfacht, wie eng die gemeinsame Abstammung der Elterntiere ist. Er kann eine wertvolle Information bei der Planung einer Verpaarung sein, sollte aber niemals als einzige Kennzahl betrachtet werden.
Linienzucht wurde und wird in der Rassehundezucht eingesetzt, um bestimmte Eigenschaften einer Familie zu festigen. Gleichzeitig erhöht eine engere Verwandtschaft aber auch die Wahrscheinlichkeit, unerwünschte genetische Eigenschaften zusammenzuführen.
Deshalb sollte jede Verpaarung individuell betrachtet und insbesondere bei kleinen Populationen langfristig geplant werden.
Für uns steht dabei nicht ein einzelner Zahlenwert im Mittelpunkt, sondern die Frage:
Was bedeutet diese Verpaarung für Gesundheit, Wesen und Zukunft unserer Rasse?
Zuchtrecht, Zuchtqualität und Welpenpreis
Manchmal werden Welpen zu unterschiedlichen Bedingungen oder Preisen angeboten, beispielsweise wenn ein Hund für Ausstellung oder Zucht vorgesehen ist.
Dabei sollte transparent erklärt werden, worin der Unterschied besteht.
Ein höherer Preis sollte unserer Ansicht nach nicht einfach deshalb entstehen, weil ein Welpe „zur Zucht verwendet werden darf“. Zusätzliche Beurteilungen, Ausbildung, Ausstellung, Untersuchungen oder eine längerfristige Begleitung können jedoch einen tatsächlichen zusätzlichen Aufwand darstellen.
Auch Einschränkungen der Zuchtverwendung sollten nachvollziehbar und offen besprochen werden.
Pauschale Verpflichtungen zu einer späteren Kastration sehen wir kritisch. Eine solche Entscheidung sollte unserer Ansicht nach immer unter Berücksichtigung des einzelnen Hundes, seiner Haltung und tierärztlicher Beratung getroffen werden.
Warum kostet ein Welpe aus verantwortungsvoller Zucht, was er kostet?
Diese Frage wird häufig gestellt – und sie ist vollkommen legitim.
Der Kaufpreis eines Welpen bezahlt nicht einfach acht oder zehn Wochen Futter und Pflege.
Eine verantwortungsvolle Zucht beginnt lange vor der Geburt eines Welpen.
Vor dem Wurf
Bereits die Zuchthündin verursacht über Jahre Kosten für:
- hochwertige Haltung und Ernährung,
- tierärztliche Betreuung,
- Gesundheitsuntersuchungen,
- genetische Untersuchungen,
- Zuchtzulassung,
- Ausstellungen und Bewertungen,
- Weiterbildung sowie
- Mitgliedschaften und Gebühren des Zuchtverbandes.
Auch die Auswahl eines passenden Deckrüden ist mit erheblichem Aufwand verbunden.
Neben der Deckgebühr können Reisen ins Ausland, Übernachtungen, Untersuchungen, Progesteronbestimmungen, Samenversand oder reproduktionsmedizinische Betreuung notwendig werden.
Während der Trächtigkeit und Geburt
Auch eine vollkommen normale Trächtigkeit benötigt Betreuung.
Je nach Situation gehören dazu:
- tierärztliche Untersuchungen,
- Ultraschall,
- gegebenenfalls Röntgen,
- angepasste Ernährung,
- Geburtsvorbereitung und
- tierärztliche Rufbereitschaft.
Und manchmal verläuft eine Geburt eben nicht nach Plan.
Dann können innerhalb weniger Stunden erhebliche tiermedizinische Kosten entstehen – bis hin zu einer notwendigen Kaiserschnittgeburt.
Die ersten Lebenswochen
Nach der Geburt beginnt die intensivste Zeit.
Ein Wurf bedeutet Betreuung rund um die Uhr.
Dazu gehören unter anderem:
- regelmäßige Gewichtskontrollen,
- tierärztliche Betreuung,
- Parasitenprophylaxe entsprechend tierärztlicher Empfehlung,
- Impfungen,
- Kennzeichnung mittels Mikrochip,
- Registrierung,
- EU-Heimtierausweis,
- hochwertiges Welpenfutter,
- Pflege- und Hygieneartikel,
- Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie
- vor allem sehr viel Zeit.
Mindestens ebenso wichtig wie die medizinische Versorgung ist für uns die Sozialisierung.
Unsere Welpen sollen Menschen, Geräusche, unterschiedliche Untergründe, Alltagssituationen und natürlich das Leben mit anderen Hunden kennenlernen.
Sie wachsen deshalb bei und mit uns auf – nicht irgendwo neben uns.
Auch die Dokumentation gehört zur Zucht
Zu einer kontrollierten Zucht gehören außerdem zahlreiche organisatorische Schritte und Gebühren, beispielsweise für:
- Zuchtmeldung und Wurfeintragung,
- Wurf- bzw. Welpenkontrolle,
- Ausstellung der Ahnentafeln,
- Kennzeichnung und Registrierung sowie
- die vollständige Dokumentation des Wurfes.
Mit dem Welpen erhalten die neuen Besitzer selbstverständlich auch die zugehörigen Unterlagen und Informationen für die erste gemeinsame Zeit.
Dazu gehört bei uns auch ein individuell zusammengestelltes Starterpaket, damit der Start im neuen Zuhause möglichst unkompliziert gelingt.
Der richtige Welpe für den richtigen Menschen
Für uns ist ein Welpe kein Produkt, das nach Farbe oder Foto ausgesucht und anschließend abgeholt wird.
Bereits während der Aufzucht lernen wir die unterschiedlichen Charaktere unserer Kleinen immer besser kennen.
Der eine ist neugierig und überall vorne dabei, der nächste beobachtet zunächst lieber. Einer sucht ständig die Nähe des Menschen, während ein anderer für jede Form von Beschäftigung zu begeistern ist.
Deshalb versuchen wir gemeinsam mit den zukünftigen Besitzern herauszufinden, welcher Hund wirklich zu ihrem Leben passt.
Denn am Ende zählt nicht, welcher Welpe auf einem Foto am schönsten aussieht.
Es zählt, ob Mensch und Hund viele Jahre miteinander glücklich werden können.
Und nach der Übergabe?
Mit der Abgabe endet unsere Verantwortung nicht.
Wir freuen uns, die Entwicklung unserer Nachzuchten weiter verfolgen zu dürfen, und stehen unseren Welpenbesitzern auch später gerne mit Rat und Erfahrung zur Seite.
Ob Fragen zu Ernährung, Pflege, Erziehung, Ausstellungen, Gesundheit oder einfach einmal ein Foto aus dem neuen Zuhause:
Unsere Hunde bleiben ein Teil unserer Zuchtgeschichte – auch wenn sie längst bei ihren eigenen Familien leben.

